Ist Jesus bei der Auferstehung ins leibliche Leben zurückgekehrt? Die Apostel können ihn doch sehen. Wie kann man sich das vorstellen?

P. Joachim Becker beantwortet hier die Frage eines Lesers des Apostels, die den Kern unseres Glaubens berührt.

Diese Frage eines Lesers bewegt nur Menschen, die sich zum Glauben an die Auferstehung Jesu bekennen. Will man sich aber genauer vorstellen, was wir glauben, sollten wir bedenken, dass Gottes Offenbarung oft eigene Wege geht, die nicht immer unseren Erwartungen entsprechen. Der Auferstandene »erschien« den Frauen und den Jüngern. Er ließ sich von denen sehen, die für das Geheimnis seines Lebens offen waren. Das heißt, dass derjenige »sieht«, der mit liebevoller, ahnender Sehnsucht auf Christus schaut. Diese ganz besondere »Sichtweise« hat aber nur derjenige, der sich auf die Wege Gottes einlässt und die Spuren seiner Offenbarung in der ganzen Breite der Menschheitsgeschichte sucht: in der Geschichte des Volkes Israel, besonders im Leben Jesu und seiner Apostel sowie in der Geschichte und im Glaubenswissen der Kirche.

 

Die Frage galt der Auferstehung Jesu. Sie betrifft aber gleichermaßen die endzeitliche Auferstehung der Toten, die wir mit der gesamten Kirche im Credo der heiligen Messe (»Ich erwarte die Auferstehung der Toten.«) und im Apos-tolischen Glaubensbekenntnis (»die Auferstehung des Fleisches«) bekennen. Die Antwort kann nur lauten, dass die Auferstehung ein Eingehen ins unvorstellbare göttliche Leben ist. Von Rückkehr ins irdische Leben kann keine Rede sein. Wenn Jesus die Tochter des Jairus, den Jüngling von Naim und Lazarus von Bethanien zum Leben erweckt hat, so ist das gewiss ein Erweis göttlicher Macht und zugleich ein Vorzeichen der glorreichen Auferstehung, bleibt aber doch eine Rückkehr in die Sterblichkeit. Der auferstandene Christus ist gerade nicht in sein irdisches Leben zurückgekehrt. Sonst müsste er ja noch einmal sterben.

 

Das Leben der Auferstehung ist »nicht von dieser Welt«. Deshalb ist es für uns auch nur schwer vorstellbar. Dennoch sollten wir nicht davon abrücken, von der Auferstehung des Fleisches zu sprechen. Das Fortleben des Geistes oder der Seele auf Kosten des Leibes zu verherrlichen, ist eine uralte Versuchung menschlichen Denkens. Eine »vergeistigte« Sicht des Lebens ist oft eine Flucht aus der Wirklichkeit. Dagegen haben die Evangelien und die Glaubens-tradition der Kirche ein entschiedenes Veto eingelegt.

 

Was die Auferstehungsberichte betrifft, so hätten wir sie uns wohl anders und vor allem ausführlicher gewünscht. Damit zeigen wir wenig Verständnis für die Befindlichkeit der ersten Zeugen und der Evangelisten. Das Erlebnis des auferstandenen Herrn war so überwältigend, dass Berichte kaum möglich und eigentlich auch nicht notwendig erschienen. Das total von der Auferstehung geprägte Markusevangelium hatte ursprünglich überhaupt keinen Erscheinungsbericht; erst später wurde eine Zusammenfassung der Berichte aus anderen Evangelien (Mk 16,9-20) hinzugefügt. Wir wundern uns darüber, weil wir eben zurückschauen und nicht wie die Urkirche sehnsüchtig nach der Wiederkunft des Auferstandenen ausschauen. Die anderen Evangelisten brin-gen unterschiedliche Berichte und sind nicht auf Vollständigkeit bedacht.

 

In einer Hinsicht sind die Evangelien jedoch kompromisslos: Der Herr ist wahrhaft auferstanden, und zwar auch dem Leibe nach. Der Auferstandene lässt sich berühren, nimmt Speise zu sich und erklärt ausdrücklich, dass

sie keinen Geist vor sich haben, sondern einen Menschen mit Fleisch und Knochen.

 

Auch die Glaubenstradition der Kirche hat sich gehütet, die Auferstehung des Leibes außer Acht zu lassen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Kirche die Feuerbestattung verbot. Nicht etwa, weil man an eine Wiederbelebung der Leiche dachte. Es war doch augenscheinlich, dass der Mensch zu Staub zerfällt. Die ehrenvolle Bestattung des Leichnams hatte vielmehr Symbolcharakter mit dem Blick auf die Auferstehung des Fleisches. Neuerdings hat die Kirche die Feuerbestattung erlaubt, was dem Glauben an die Auferstehung des Fleisches grundsätzlich nicht entgegensteht. Aber kaum jemand beachtet, dass im »Codex des kanonischen Rechtes« aus dem Jahre 1983 folgende Bestimmung steht: »Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, dass die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen.« (Canon 1178, § 3; vgl. auch Canon 1184, § 1, Nr. 2)

 

Die Sache hat eben doch etwas mit dem Glauben an die Auferstehung zu tun. Im Leib haben sich die Lebenserfahrungen eines Menschen eingegraben. Das Gesicht und der Körper sind gleichsam ein Ausdruck der Persönlichkeit. Wir glauben, dass der ganze Mensch, so wie er war und geworden ist, von Gott angenommen und auferweckt wird, nicht nur seine »geistige Hälfte«.

In welcher Weise der »Leib« auferweckt wird, ist natürlich schwer vorstellbar. Der heilige Paulus hat uns zu dieser Frage im ersten Korintherbrief (1 Kor 15) ein interessantes Zeugnis hinterlassen. In Korinth gab es wohl Leute, die die Auffassung vertraten, dass es keine Auferstehung von den Toten gebe. Es muss sich nicht unbedingt um Ungläubige gehandelt haben. Die Betreffenden hielten sich vielleicht für besonders gläubig. Die Auferstehung des Leibes mochte ihnen im Blick auf die Vergöttlichung des Menschen unangemessen und überflüssig erscheinen. Dagegen betonte Paulus die Erfahrung der ersten Zeugen, zu denen er selbst gehört: »Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?« (1 Kor 15,35). Darauf reagiert Paulus schroff mit dem Ausruf: »Du Tor!« Dann holt er aus und gebraucht das Bild vom Samenkorn, das sterbend verwandelt wird: Aus Verweslichem wird Unverwesliches, aus Armseligem Herrliches, aus Schwachem Starkes, aus Irdischem Überirdisches, aus Vergänglichem Unvergängliches, aus Sterblichem Unsterbliches.

 

So ist also die Auferstehung Jesu wie auch die Auferstehung, die wir als gläubige Christen erwarten, keine Rückkehr in das irdische leibliche Leben, sondern Eingehen in ein unvorstellbares göttliches Leben im verherrlichten Leib.

 

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Was ist das Besondere, das Spezifische der Arnsteiner Patres – das Charisma oder die Aufgabenstellung, durch die sie sich von anderen Ordensgemeinschaften unterscheiden?

 

Zu den Arnsteiner Patres gehören ja auch Brüder ohne Priesterweihe und Theologiestudium. Welche Aufgaben haben sie in den Häusern und in der Ordensgemeinschaft insgesamt?

 

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Was ist das für ein Gott, der soviel Unglück und Leid zulässt?