Die meisten Mitglieder unserer Ordensgemeinschaft sind Priester beziehungsweise junge Männer, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten. Allerdings hat es von Anfang an immer auch »Laienbrüder« gegeben, die auf ihre Weise die Sendung der Gemeinschaft unterstützt haben. In Deutschland gibt es zurzeit sechs Brüder. Ihre Aufgaben sind unterschiedlich: Br. Josef auf der Lake arbeitet als Archivar im Provinzialat, Br. Josef Huke und Br. Georg Schäfer kümmern sich vor allem um die Gärten in Lahnstein und Werne. In Arnstein ist Br. Stephan Gehlen Pförtner und Br. Dieter Lechtenfeld arbeitet in Sakristei und Waschküche. Br. Andreas Lüttmer kümmert sich als »Reisebruder« im Ruhestand um die Gästezimmer im Konvent in Werne.
Reisebruder ist auch ein wichtiges Stichwort, wenn man über die Brüder in der deutschen Ordensprovinz spricht. Viele von ihnen sind in dieser Aufgabe unterwegs gewesen und darum vielen »Apostel«-Lesern gut bekannt. Die Reisebrüder haben den »Apostel« zu den Menschen gebracht und Spenden gesammelt. Damit haben sie auf eine sehr persönliche Weise »Öffentlichkeitsarbeit« für die Gemeinschaft gemacht.
In früheren Zeiten, als die Zahl der Brüder noch größer war, gab es in den Kommunitäten eine stärkere Trennung zwischen Patres und Brüdern, so zum Beispiel unterschiedliche Räume für die abendliche Erholung. Und auch äußerlich unterschieden sie sich: Bis in die sechziger Jahre hinein trugen die Brüder nicht das weiße, sondern ein schwarzes Ordenskleid. Angeregt durch die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils setzte sich immer mehr der Gedanke durch, dass die Gemeinsamkeit, zur gleichen Kongregation zu gehören, wichtiger ist als der Unterschied zwischen Priestern und Nichtpriestern. Zumal wir uns gemeinsam mit allen Christen als Kinder des einen Vaters im Himmel sehen und deshalb untereinander alle Schwestern und Brüder sind. Kirchenrechtlich gesehen, ist die Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen allerdings eine Klerikergemeinschaft. Daher können die Brüder in ihr keine Leitungsämter ausüben.