In der Tat, die Nennung der beiden Herzen Jesu und Mariens im Namen der Gemeinschaft legt auf den ersten Blick auch eine Gleichstellung nahe. Das ist – und war, so weit ich die Geschichte unserer Gemeinschaft kenne – aber nicht so gemeint. »Wir betrachten, leben und verkünden die gekreuzigte Liebe Gottes«, so formuliert unsere Ordensregel die Sendung der Gemeinschaft. Die gekreuzigte Liebe Gottes: Das ist Jesus mit seinem Leben und seiner Botschaft, mit seinem Tod und seiner Auferstehung. Und weiter heißt es im ersten Kapitel der Ordensregel: »Maria war in einzigartiger Weise mit diesem Geheimnis des menschgewordenen Gottes und seinem Erlösungswerk verbunden: Das kommt in der Einheit des Herzens Jesu mit dem Herzen Mariens zum Ausdruck.« Bildlich dargestellt ist diese enge Verbindung in der 13. Station des von Peter Hecker 1933 geschaffenen Kreuzwegs in der Arnsteiner Klosterkirche: Maria hält den toten Jesus im Arm, und ihre beiden Gesichter bilden ein einziges. Aber trotz dieser Nähe und dieser Einheit ist und bleibt Maria Mensch und ist nicht Teil des dreifaltigen Gottes. In unserer Ordensgemeinschaft wird sie als Schutzherrin verehrt. Sie ist uns Vorbild im Glauben an die Liebe Gottes und Mitpilgerin auf unserem Weg in der Nachfolge Jesu.