Ich weiß gar nicht, auf wen das Wort zurückgeht: »Wir waren von Anfang an ein Gemischtwarenladen.« Dieser Satz macht deutlich, dass unsere Gemeinschaft nie einen spezifischen Auftrag in der Seelsorge gehabt hat. Andere Ordensgemeinschaften aus dem 19. Jahrhundert haben da eindeutigere Zielsetzungen: Krankenpflege, Erziehung der Jugend oder Mission beispielsweise. Als Pierre Coudrin und Henriette Aymer 1800 unsere Ordensgemeinschaft gründeten, hatten sie vor allem ein Ziel: Die von der Französischen Revolution gebeutelte Kirche Frankreichs wieder aufbauen zu helfen. Sie kümmerten sich um die religiöse Erziehung von jungen Menschen, hielten Volksmissionen in Pfarrgemeinden und waren vor allem da, wo Not in der Kirche war. Sehr bald wurde auch Wirklichkeit, was eine »Vision« von Pierre Coudrin war: das Evangelium bis an die Grenzen der Erde zu bringen. Keine 30 Jahre nach der Gründung waren die ersten Brüder auf Hawaii, um dort das Evangelium zu verkünden.
Von diesem Anfang her leiten sich einige Aufgaben ab, die in unserer Arbeit in Deutschland eine wichtige Rolle spielen. So gründeten die Arnsteiner zwei Gymnasien (1920 in Lahnstein und 1955 in Werne) und 1983 die Jugendbegegnungsstätte in Arnstein, wo sie sich um die Erziehung und die religiöse Bildung der Jugend kümmern. Missionarisch tätig sind und waren deutsche Mitbrüder in Argentinien, Chile und Norwegen. Durch die Arbeit in den verschiedenen Feldern der Seelsorge unterstützen wir als Gemeinschaft die Sendung der Kirche in den Diözesen Trier, Limburg und Münster.
Zum Teil unterscheiden uns diese Aufgaben von anderen Gemeinschaften, sie besitzen aber keine Exklusivität. Ebenso gehört uns die Spiritualität unserer Gemeinschaft – den Menschen Jesus als den zu verkünden, in dem Gottes Liebe auf unserer Erde Mensch wurde – nicht allein. Andere Gemeinschaften, wie die Herz-Jesu-Priester und die Herz-Jesu-Missionare, sind uns von ihrer Ausrichtung her sehr nahe. Zwischen den Ordensgemeinschaften besteht aber kein Konkurrenzverhältnis; jede Gemeinschaft bringt etwas Besonderes in das Leben der Kirche ein und bereichert es auf ihre Weise.