Bei den Arnsteiner Patres ist es üblich, von Zeit zu Zeit den Ort und die Aufgabe zu wechseln. Das ist anders als bei den alten monastischen Orden, wie es zum Beispiel die Benediktiner sind. Benediktinerabteien sind autonom. Wer sich für den Benediktinerorden entscheidet, der sucht sich ein ganz bestimmtes Kloster und tritt dort ein. Er legt dann das Gelübde der »Stabilitas« ab, das auch bedeutet, in dieser einen Klostergemeinschaft sein ganzes Leben zu verbringen. Wer bei den Arnsteiner Patres eintritt, der entscheidet sich nicht für ein bestimmtes Haus wie zum Beispiel Arnstein, sondern wird Teil der deutschen Provinz einer internationalen Gemeinschaft. Dieser Unterschied ist auch in der unterschiedlichen Zielsetzung der Orden begründet. Die Benediktiner haben als Leitwort »Ora et labora« – »Bete und arbeite«. Das Beten und Arbeiten geschieht in der eigenen Abtei. Seelsorgliche Aufgaben außerhalb des eigenen Klosters gehören nicht zum eigentlichen Auftrag der Benediktiner. Bei Ordensgemeinschaften wie den Arnsteinern besteht aber gerade darin der eigentliche Auftrag, die Sendung der Gemeinschaft. Die Arbeit in der Pfarrseelsorge, in Krankenhäusern, in der Militär- oder Schulseelsorge oder in der City-Pastoral wie in Koblenz gehören zu den Aufgabenfeldern unserer Ordensgemeinschaft. Solche unterschiedlichen Aufgaben an verschiedenen Orten zu erfüllen, verlangt eine große Flexibilität von den einzelnen Brüdern. Und von allem Anfang an gehörte die Mission, die Verbreitung des Glaubens in anderen Ländern, zu unserer Ordensgemeinschaft, eine Aufgabe, die sich nicht mit der benediktinischen »Stabilitas« verbinden lässt.
Für den Wechsel von einer Kommunität in eine andere gibt es bei den Arnsteinern allerdings keinen festgelegten Zeitrahmen; etwa, dass ein solcher Wechsel alle fünf oder sechs Jahre erfolgen müsste. Das hängt auch mit den übernommenen Aufgaben und der Ausbildung zusammen. Was von den Einzelnen erwartet wird, ist die Bereitschaft zu einer solchen Versetzung. In diesem Heft beschreiben die Mitbrüder aus Koblenz, warum sie für einen Wechsel bereit waren und dass eine neue Aufgabe sehr reizvoll sein kann.