Das sind ja eigentlich gleich mehrere Fragen auf einmal. Im Kloster Arnstein leben wir im Grunde genauso wie in den anderen Klöstern unserer Gemeinschaft auch: Da gibt es die gemeinschaftlich genutzten Räume wie das Refektorium genannte Esszimmer und das Wohnzimmer, wo wir abends zusammensitzen. Und natürlich die Kapelle für den Gottesdienst und das gemeinsame Gebet. Dazu hat jeder sein eigenes Zimmer – die sind seit der letzten Renovierung in Arnstein allerdings schon recht geräumig. Da ist Platz für Schreibtisch und Bett, Kleiderschrank und Regale und für eine kleine Sitzgruppe. Und zu jedem Zimmer gehört in Arnstein heute ein eigenes kleines Badezimmer. Das Bild der kleinen, spärlich eingerichteten Klosterzelle trifft da nicht mehr zu.
Was aber den persönlichen Besitz betrifft – da kommt unser Gelübde der Armut ins Spiel. Mit diesem Versprechen verpflichten wir uns zu einer umfassenden Gütergemeinschaft innerhalb des Ordens. Allen gehört alles, so könnte man das formulieren. Und damit gehört niemandem etwas persönlich. Natürlich gibt es da Ausnahmen: Hose und Hemd sind kein Gemeinschaftsbesitz. Oder auch kleinere Dinge, die man persönlich geschenkt bekommen hat, wie eine Armbanduhr oder Ähnliches.
Aber bei »größeren« Dingen sieht das anders aus: Ein Auto oder ein Computer sind nach der Regel Gemeinschaftsbesitz, auch wenn sie einem bestimmten Mitbruder persönlich zur Verfügung stehen. Die Gütergemeinschaft bedeutet auch, dass niemand ein eigenes Einkommen hat. Das Geld, das die Mitbrüder verdienen, zum Beispiel durch ihre Tätigkeit als Lehrer oder Pfarrer, fließt in die Gemeinschaftskasse, aus der dann auch die Ausgaben für die Einzelnen und für die Gemeinschaft getätigt werden. Und aus der Gemeinschaftskasse bekommt auch jeder monatlich ein »Taschengeld«, über dessen Verwendung er aber am Monatsende der Gemeinschaft Rechenschaft ablegt.