Du meinst die Anzeige, die in einigen Fernsehzeitungen erschienen ist: Im Hintergrund das leere Kreuz, und im Vordergrund sitzt der gekreuzigte Christus lachend im Sessel und sieht fern. Und darüber steht: »Lachen statt rumhängen«.
Ich habe diese Anzeige zum ersten Mal zufällig ausgerechnet am Karfreitag gesehen. Dem Tag, an dem wir Christen des Kreuzestodes Jesu gedenken, der Symbol der Erlösung für uns Menschen ist. Aber nicht nur, weil es der Karfreitag war, hat mich dieses Bild getroffen. In der letzten Zeit war in der Diskussion um die Mohammed-Karikaturen oft die Rede von der Verletzung religiöser Gefühle. Hier ist mir mal wieder aufgegangen, dass das keine Floskel ist. Es verletzt, wenn man das, was einem im Leben heilig ist, so dargestellt sieht – zu billigen Werbezwecken.
Ich fand es gut, dass sich unter vielen Christen ziemlich schnell der Protest geregt hat. Auch wenn dieser Protest nicht verhindert hat, dass die Serie »Popetown« bei MTV ausgestrahlt wird. Aber immerhin hat er dem Sender eine Rüge für diese Art der Werbung eingetragen, und MTV hat diese Werbung dann auch zurückgezogen. Gefreut hat mich auch, dass dieser Protest nicht zuerst von der Amtskirche geführt wurde, sondern dass sich Laien dafür stark gemacht haben. Und das über die Grenzen der Konfessionen hinweg, obwohl es sich bei »Popetown« ja um eine Papstsatire handelt.
Solcher Protest lenkt immer auch zusätzliche Aufmerksamkeit auf die Sache, gegen die man sich wehrt, leider. Aber er hat auch gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, sich in Fragen ihres Glaubens zu engagieren. Und wo Menschen das tun, da gibt Kirche ein gutes Bild ab.