Januar 2008

Impuls

Die Menschheitsfamilie, Gemeinschaft des Friedens

Am 1. Januar 2008 begeht die katholische Weltkirche des 41. Welttag des Friedens. Papst Benedikt XVI hat ihn unter das Leitwort "Die Menschheitsfamilie, Gemeinschaft des Friedens" gestellt. Damit erinnert der Papst an einen Grundgedanken der kirchlichen Friedensethik, dem in Zeiten wachsender internationaler Verpflechtungen und globaler Krisen besondere Bedeutung zukommt: Frieden kann nur wachsen, wenn die Menschheit ein wacheres Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit und ihres gemeinsamen Schicksals entwickelt.

1967, also vor 40 Jahren, schrieb Papst Paul VI in seiner Enzyklika über den Fortschritt der Völker (Populorum Progressio): "Die allseitige Entwicklung des Einzelmenschen muss Hand in Hand gehen mit der Entwicklung der gesamten Menschheit. ... Der Mensch muss dem Menschen begegnen. Die Völker müssen sich als Brüder und Schwestern begegnen, als Kinder Gottes. In diesem gegenseitigen Verstehen und in dieser Freundschaft, in dieser heiligen Gemeinschaft müssen wir mit dem gemeinsamen Werk und der gemeinsamen Zukunft der Menschheit beginnen."

Gebet

Ökumenisches Friedensgebet 2008

 

Jesus Christus, Du gibst uns Dein Gebot
geschwisterlicher Liebe. Du öffnest uns darin
den Weg des Glücks und des Friedens.

 

Du selber warst solidarisch mit Deinen Jüngern
in Bedrängnis (Mt 10,42). Du warst solidarisch
mit einem schwachen Kind (Mt 18,5). Du stellst
dich auch heute ganz auf die Seite all derer,
die gedemütigt und in ihrer Menschenwürde
bedroht werden.

 

Stärke uns, Herr, damit durch unseren Dienst
Dein heilendes und rettendes Wort alle erreicht,
die von Dir besonders geliebt sind: die Armen
dieser Welt. Sie haben keine andere Heimat als
Dein liebendes Herz, in dem sie sich bergen
möchten, um dort für immer etwas von der
Fülle des Lebens zu erfahren.

 

Jeden Tag hören wir von Menschen, die die
Opfer der Kriege beweinen: Frauen und Männer,
Mütter und Väter, Töchter und Söhne. Sie leiden
unter dem Tod ihrer Lieben, der Zerstörung
ihrer Häuser und dem Verlust ihrer Heimat.

 

Gott unser Vater, schenke ihnen etwas
von jener Hoffnung, die Maria erfüllt hat:
Um der Gewalt zu entfliehen, wurde sie in
Ägypten zur Asylantin. Sie beweinte Deinen
Sohn, als er am Kreuz ein Opfer menschlicher
Gewalt wurde.

 

In unserem Dienst an Flüchtlingen, Asylsuchenden
und Migranten, an denen, die Opfer von
Gewalt und Vertreibung wurden und an denen,
die die Opfer betrauern, gib uns, Herr,
die Kraft, nichts anderes zu suchen als
Deinen Willen zu tun und am Kommen
Deines Reiches mitzuwirken.

 

Denn viele Menschen unserer einen Welt
sind verwundet. Mache uns zu guten
Samaritern (Lk 10, 25-37), zu Botinnen
und Boten Deiner heilenden Liebe.

Amen.

Msgr. François Yakan,
Istanbul



Beten in den Anliegen der Weltkirche

Wir beten im Januar gemeinsam mit dem Hl. Vater

- dass sich die Kirche als eine Gemeinschaft der Liebe zeigt und so ihr Bemühen um die volle sichtbare Einheit verstärkt,

- dass sich die Kirche in Afrika inmitten von Kriegen, Ausbeutung und Armut weiterhin für Versöhnung und Gerechtigkeit einsetzt.