Gottesacker
In manchen Gegenden nennen sie den Friedhof Gottesacker. Das ist eigentlich eine sehr hoffnungsvolle Bezeichnung. Mit diesem Namen hört der Friedhof auf, eine Stätte zu sein, die nur aufnimmt, was am Ende des Lebens von uns übrig bleibt.
Ein Acker ist ein Boden, der bestellt wird, damit darauf etwas wächst. Ein Acker ist ein Feld, auf dem gesät und geerntet wird. Wer Gottesacker sagt, nennt den Namen dessen, dem der Acker gehört und nach dessen Willen dort etwas geschehen soll. Wenn ich die Vorgänge in der Natur in ihrer Tiefe erfasse, hören die Worte aus dem Neuen Testament auf, unfasslich zu sein. Ich ahne, der Wahrheit ganz nahe zu sein:
In die Erde gesät und begraben wird das Vergängliche, auferweckt wird das Unvergängliche ...
Gesät und begraben wird, was am Ende seiner Kraft ist, auferweckt wird, was die Lebenskraft Gottes in sich trägt ...
Gesät und begraben wird ein Leib, durchdrungen vom Leben der Seele.
Gott aber schafft einen neuen Leib, durchdrungen von seinem Geist ...
Der Tod ist ganz eng verbunden mit einem Sieg ...
Gott aber sei Dank, der uns teilhaben lässt an seinem Sieg durch Jesus Christus, unserem Herrn (aus 1 Kor 15,42 ff)
Klevner Peter, Ich zünde eine Kerze für dich an. Mitfühlende Gedanken beim Abschied, Verlag Ernst Kaufmann

Gebet
Gott unser Vater.
Wir nehmen das Leben in die Hand.
Wir packen zu und arbeiten und bauen und handeln.
Und dann müssen wir auch wieder los lassen:
die Arbeit, die wir nicht mehr schaffen,
die Menschen, die wir liebten,
die Möglichkeiten, die wir vergeben,
die Güter, die keinen Bestand haben,
am Ende das Leben selbst.
Gib uns die Kraft und das Vertrauen,
los lassen zu können
und in deine Hand zurückzulegen,
was du uns geschenkt hast.
