Kalawao, 29. Oktober 1885
"Durch die Erinnerung an den Tag meiner Gelübde vor 25 Jahren, als ich unter dem Leichentuch lag, konnte ich mich der Gefahr stellen, von dieser schrecklichen Krankheit befallen zu werden, indem ich meine Pflicht erfülle und mir immer mehr absterbe. Auch wenn die Krankheit weiter wuchert, bin ich zufrieden und glücklich in Kalawao."
Bei den Ordensgelübden erhielten die neuen Mitglieder auch einen neuen Namen, um den Beginn eines neuen Lebens anzuzeigen. Josef de Veuster erhielt den Namen „Damian“. Außerdem wurde im Ritus ein Leichentuch über ihm ausgebreitet: Er ist der Welt gestorben, und lebt nun ganz für Gott. Was im Ritus nur angedeutet wird, erlebt Damian in seiner Krankheit am eigenen Leib.
Lass mich im Leid nicht bitter werden,
sondern reif, geduldig, selbstlos, milde
und voll Sehnsucht nach jenem Land,
in dem kein Leid wohnt,
und nach jenem Tag,
wo du jede Träne abwischen wirst von den Augen derer,
die dich geliebt haben und im Schmerz an deine Liebe
und in der Nacht an dein Licht geglaubt haben.
Lass mein Leid ein Bekenntnis meines Glaubens sein an deine Verheißungen,
ein Bekenntnis meiner Hoffnung auf deine Güte und Treue,
ein Bekenntnis meiner Liebe, dass ich dich mehr liebe als mich selbst.