Unterwegs mit Damian: Wir brauchen die anderen.
Kalawao, 30. Dezember 1886
"Dieses Verlassensein, ohne auch nur einen einzigen Mitbruder unserer lieben Kongregation ist für mich schmerzhafter als die Lepra-Krankheit. Ich möchte eigentlich nicht mehr, als in Kalawao zu leben und zu sterben – ob aussätzig oder nicht. Im Übrigen bin ich zufrieden und glücklich und beklage mich über niemand. Während ich auf meinen Beichtvater warte, beichte ich von Zeit zu Zeit vor dem Heiligen Sakrament."
Damian hat immer wieder mit der Einsamkeit zu kämpfen. Er bittet bei seinen Oberen um einen Mitbruder, muss aber lange warten. Als schließlich jemand zu ihm stößt, kommen die beiden nicht miteinander klar, und Damian ist wieder alleine. Als er krank wird und die Insel nicht mehr verlassen darf, fühlt er sich ganz isoliert. Er wünscht sich einen Beichtvater, um seinen Dienst mit einem versöhnten Herzen erfüllen zu können. Einmal kommt sein Oberer auf dem Schiff in die Nähe der Insel, bleibt aber auf Deck. Damian kommt ihm in einem Boot entgegen, darf aber das Schiff nicht betreten. So beichtet er bei seinem Mitbruder vom Boot aus.
Gebet
Wir brauchen dir anderen,
die wachen, wenn wir schlafen,
die glauben, wenn wir zweifeln,
die beten, wenn wir nur noch schweigen.
Wir brauchen die anderen, die mit uns gehen,
die mit uns hoffen und bangen,
die müde sind und nicht verzagen,
die wir beanspruchen können
und die wir mit unseren Sorgen und Nöten beladen.
Wir brauchen die anderen,
die mit uns vor dir stehen,
die dich bitten und fragen,
die dir danken und dir zu Verfügung stehen.
Wir brauchen die anderen,
weil wir dich lieben, wenn wir sie lieben,
Weil du uns Kraft gibst auf dem Weg zu dir,
wenn wir ihnen begegnen.
